Berg Sion: Projekt Umbau & Umnutzung

Informationsveranstaltung der Genossenschaft Berg Sion, 19. März 2024 und Position des Quartiervereins Winkel

Vertreter des Quartiervereins waren am 19. März 2024 zur Informationsveranstaltung auf den Berg Sion eingeladen. Für den Bau des Berg Sion in der Landwirtschafts- und Landschaftsschutz-Zone wurde 1974 eine Ausnahmebewilligung erteilt. Die grosse Betonbaute mit abgesetzter Marienkapelle diente seit 1977 als Zentrum der Schönstatt-Patres Schweiz und zeitweise als Zuhause für bis zu 45 Patres. Aktuell wohnen noch 6 der schweizweit 15 Schönstatt-Patres auf Berg Sion. Diese können die Liegenschaft mit dem inzwischen renovationsbedürftigen Haus finanziell und personell alleine nicht weiter tragen. Die 2024 gegründete Genossenschaft Berg Sion will den Betonbau umbauen und so umnutzen, dass er weiterhin als «Wohn- und Bildungsstätte» gilt. Die geplanten 12 Wohnungen sollen selbsttragend vermietet werden.

 

Die offene Information und die Gelegenheit zum Gedankenaustausch wurde von mehreren Dutzend Anwohnern des Berg Sion sehr geschätzt. In der Diskussion wurden Vorbehalte geäussert, insbesondere bezüglich der befürchteten Zunahme an motorisiertem Verkehr. Susanne Wicki wies darauf hin, dass der Quartierverein Winkel gegen die Baueingabe in den 70er Jahren Einsprache erhoben hatte und diese erst aufgrund der Zusicherung zurückzog, dass der Berg Sion nicht über den Winkel, sondern über Oberfondlen-Längacher-Felmis erschlossen  werde. Auch heute wollen wir uns dafür einsetzen, dass der steile Verbindungsweg, der oberhalb der Stadelstrasse vom Boden zum Berg Sion führt, zum Schutz von Kindern und Erholungssuchenden verkehrsfrei bleibt. Auch soll der Winkel nicht durch zusätzlichen Durchgangsverkehr noch stärker belastet werden. Die Genossenschaft Berg Sion erarbeitet in nächster Zeit ein Mobilitätskonzept, in welchem sie die Interessen aller Anwohner berücksichtigen wollen.

Der steile Verbindungsweg entlang des Bodebachtobels,  von der Stadelstrasse zur Bodenstrasse und weiter hoch zum Berg Sion (blau) ist Teil des offiziellen Wanderweg-Netzes (gelb).

Er wird von Joggern und Spaziergängern viel genutzt. Allein schon seine Steigung, seine Enge und schlechte Übersicht bedeuten, dass diese Strecke für den Motorfahrzeugverkehr schlecht geeignet ist und Fussgänger durch solchen gefährdet würden.

Entlang des Bodebachtobels liegen designierte Biodiversitätsförderflächen (auf der kantonalen Karte der Vernetzungsprojekte  gelb).

Das Bodebachtobel ist ein wichtiger Vernetzungskorridor zwischen dem Steinibachried und dem Seeufer und den erhöht liegenden Wiesenflächen.

Mehrverkehr würde die Natur beeinträchtigen und der deklarierten Zielsetzung der Gemeinde Horw (Vision und Gemeinde Strategie 2030), die ökologische Vernetzung zu fördern, zuwiderlaufen.

Der Quartierverein wehrt sich heute - wie schon in den Entstehungsjahren des Berg Sion - dagegen, dass Fahrzeuge über die Winkelstrasse, durch die Kernzone Winkel zum und vom Berg Sion gelangen. Es gilt, die Anwohner, den historischen Ortsteil Winkel, die Natur des Steinibachrieds und die erholungssuchenden Menschen - deren Zustrom in den Winkel mit der Entwicklung im Gebiet Luzern Süd spürbar massiv zugenommen hat - zu schützen. 

Der Verkehr hat seit den 70er Jahren innerhalb des Winkels aufgrund der Überbauung und der grösseren Mobilität der Bevölkerung exponentiell zugenommen. Lärmbelastung und die Sicherheit von Anwohnern und Langsamverkehr sind immerwährende und zunehmende Probleme, die man mit Tempo 30 und verkehrsberuhigenden Massnahmen entlang der Winkelstrasse nur unbefriedigend gelöst hat. Die mittelfristige Bebauung des Baufeldes zwischen Steinibachried und Seehotel Sternen wird Mehrverkehr von zwei Wohnblöcken generieren, der sich insbesondere vor und nach den regulären Arbeitszeiten zusätzlich durch das Nadelöhr beim Rank presst. 

Die Gemeinde Horw erklärt in ihren Strategiepapieren, dass sie die Lebensqualität in den Quartieren, den Natur- und Klimaschutz, die Aufwertung der Freiräume, und den Fuss- und Radverkehr fördern will. Eine Erschliessung des Berg Sion entlang des Bodebachtobels, durch die Kernzone Winkel, über die Winkelstrasse und entlang des Naturschutzgebiets Steinibachried läuft all diesen Zielen zuwider.

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Artikel der Luzerner Zeitung, 14.05.2024: Mietwohnungen am Wahlfahrtsort
Autor Roman Hodel hat die Stellungnahme des QV Horw in seinem Artikel mit einbezogen.
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